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Mittelalter

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St.Maria Lyskirchen ist eine spätromanische, im frühen 13. Jahrhundert errichtete dreischiffige, gewölbte Emporenbasilika. Im Kern ist der Ursprungsbau erhalten geblieben, doch das Aussehen bestimmen auch die mehrfachen Umbauten seit dem frühen 16. Jahrhundert.

 

Eine Marienkirche am Rhein ist erstmals 948 urkundlich erwähnt. Im Jahr 1067 inkorporierte Erzbischof Anno II. die im südlichen Vorort von Köln gelegene Kirche St. Maria 'in Noithusen' dem von ihm gegründeten Stift St. Georg. Um 1135/42 ist die Kirche als 'ecclesia Lisolvi', als Kirche eines Lisolvus genannt.

 

Die Ortschaft No(i)thusen (später Airsbach genannt) wurde in die neue Stadtumwallung von 1106 einbezogen. Die von St. Georg abhängige Pfarre in dem überwiegend von unteren sozialen Schichten, später auch einigen Patrizierfamilien bewohnten Viertel war eine der kleinsten in der Stadt.

 

Als Namen der Kirche sind seit dem späteren 12. Jahrhundert u.a. bezeugt: Lisolfikyrken, Lisolskirgen, Lisenkirchen und Lysenkyrchen. Die Bezeichnung als 'ecclesia Lisolvi' zeigt die Herkunft des Namens von dem erst spät erwähnten Stifter Lisolvus an. Der Name 'St. Maria Lyskirchen' begegnet in der heute üblichen Form erstmals 1528.

 

Unter der heutigen Kirche sind Vorgängerbauten ergraben worden. Ihre Rekonstruktion ist bislang hypothetisch. Ältester Beleg ist der Fundamentrest eines einfachen Saalbaues, der vielleicht aus dem 10. Jahrhundert stammt. Für einen nachfolgenden (mehrschiffigen ?) Bau gibt es nur geringe Indizien. Dagegen existieren Befunde für die Krypta einer größeren Kirche aus dem 11. oder der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts; aus ihnen ergibt sich, dass die Kirche drei Schiffe hatte.

Der Neubau der spätromanischen Kirche gehört zu den zahlreichen Baumaßnahmen an den Kölner Kirchen zwischen 1150 und 1250. Man unternahm größere Umbauten und Erweiterungen oder errichtete Neubauten anstelle älterer Kirchen. Mehrfach führte dies zu aufwendiger Gestaltung der zum Rhein gerichteten östlichen Bauteile. An der kleinen Pfarrkirche St. Maria Lyskirchen hielt man den Aufwand in bescheidenem Umfang, obendrein blieb der Bau unvollendet.

Die Krypta des Vorgängers wurde aufgegeben; die neue besteht lediglich aus einem Raum unter Chorquadrat und Apsis, sie war wohl westlich vom Hauptschiff aus zugänglich.

 

Die Bauarbeiten am romanischen Bau von St. Maria Lyskirchen wurden zwischen 1198 und 1200 begonnen. Dies belegen Deckenbalken aus dem Nordturm, die laut der Dendrochronologie im Jahr 1198 gefällt wurden.

Der Neubau auf leicht irregulärem Grundriß ist eine gewölbte dreischiffige Emporenbasilika von drei Jochen. An das Langhaus, das breiter und wohl auch länger ist als die Vorgängerbauten, schließen östlich ein etwa quadratischer Chorraum und eine Apsis, die ursprünglich halbrund war, sowie zwei Flankentürme an. Deren untere Geschosse sind zu Chor und Seitenschiffen geöffnet und dienen als Chorkapellen. Der Bau ist gemäß dem Travéen-System konzipiert: Jedem Hauptschiffjoch entspricht nur eines in den Seitenschiffen.

Das Aussehen des Baus kann aufgrund von Befunden und alten Ansichten in den meisten Punkten rekonstruiert werden.

Das gilt allerdings nicht für die am stärksten durch Restaurierungen veränderte Westfassade. Sie entspricht dem Querschnitt des basilikalen Langhauses. Die Blendbogen beruhen auf alten Befunden, das heutige Portal ist weitgehend erneuert. Wieweit die jetzigen Fensteröffnungen den bei der Restaurierung um 1870 beobachteten romanischen Befunden entsprechen, ist unbekannt. Obergeschoß und Giebel sind vollständig verändert.

 

Die Langseiten hatten in Seitenschiffwänden und Obergaden Fächerfenster.

Der Ostbau der Kirche sollte ursprünglich aus der mittleren Apsis und zwei flankierenden Türmen bestehen. Doch nur der Nordturm ist mit einem Freigeschoss ausgebaut worden.

Den Turm gliedern Ecklisenen sowie Gesimse und Rundbogenfriese. Am unteren Geschoss befand sich ehemals ein Chörlein, in dem der Altar der Chorkapelle stand. Die Geschosse sind in Zwillingsarkaden, kleeblattbogigen Fenstern und Schallbiforien geöffnet. Den Turm bekrönte ehemals ein Falthelm (heute ein Rautendach). Der südliche Turm, dem das Freigeschoss fehlt, ist in derselben Weise gegliedert.

Das Aussehen der ursprünglichen Apsis ist u.a. aus der Stadtansicht von 1531 zu erschließen: Die Gesimse der Türme setzten sich an der Chorwand fort, das Hauptgeschoss gliederten drei hohe Blendarkaden auf Halbsäulen und hochsitzende, wohl eher kleine Fenster; den Turmgeschossen mit Arkaden entsprachen die Zwerggalerie und der Plattenfries. Der Halbkegel des Daches stieß an die Giebelwand des Chorgevierts; hinter diesem wiederum ragte der Giebel des Langhauses auf.

Anspruch und Aufwand der Ostpartie blieben deutlich hinter den reicher gegliederten Etagenchören der vorher und nachher in Köln und andernorts errichteten größeren Kirchen zurück.

 

Auch der Innenraum ist heute in erheblich veränderter Form erhalten, doch lässt sich die ursprüngliche ungefähr ermitteln.

 

Die drei Joche des Mittelschiffs mit Kreuzrippengewölben sind auf der nördlichen Seite von einem breiten, auf der südlichen von einem schmäleren Nebenschiff begleitet sowie von den darüber liegenden Emporen. Der Westwand ist eine schmale Empore vorgelegt.

Den Übergang zum Chor markierte der Triumphbogen, der seitlich zwar kaum vortrat, doch eine hohe Schildwand trug. Der Boden des Langhauses lag ursprünglich etwa 50 cm tiefer als heute.

 

 

St. Maria Lyskirchen, Aufriss des romanischen Mittelschiffs, Rekonstruktion (Ralf Krombholz 1989)

Die Mittelschiffwände sind westlich in zwei schmalen Spitzbogen, in den östlichen Jochen in weiten Rundbogen zu den Seitenschiffen geöffnet. Die Hochwände waren ehemals geschlossener als heute. Vermutlich hatten die Emporen Öffnungen zum Schiff: in den östlichen Jochen auf jeder Seite zwei kleine Drillingsarkaden mit zwei Säulenpaaren (im Westjoch ist eine solche Arkade erhalten). Darüber saßen Fächerfenster.

Die Joche sind an den Hauptschiffwänden durch rechteckige Vorlagen und Runddienste geschieden, im Gewölbe durch spitzbogige Gurtbögen und Rundstäbe.

 

Vom Chor des 13. Jahrhunderts ist beinahe nichts bewahrt geblieben; vor allem die heutige, dem Mittelschiff entsprechende Höhe widerspricht dem originalen Eindruck: Die Apsis war nur etwa halb so hoch und ihre innere Wand wohl halbrund. Das Gewölbe im Chorgeviert reichte weiter hinauf als die Apsiskalotte, war jedoch niedriger als das Mittelschiffgewölbe. So war die Raumhöhe zweifach gestaffelt: Zwischen Hauptschiff und Chor befand sich eine Schildwand, eine zweite zwischen Chor und Apsis. Der Bau entsprach damit einem im Rheinland und anderswo geläufigen Schema.

 

Ursprünglich war der Gesamteindruck des Raums also anders als heute: Er wirkte etwas höher und vor allem schmaler, da er zu den Seiten stärker geschlossen war. Denn die Drillingsarkaden der Emporen waren nur kleine Öffnungen; unter- und oberhalb von ihnen blieben hohe Streifen der Obergadenwand.

Auch nach Osten gab es nicht den späteren offenen Zustand: Der Raum setzte sich nicht in gleicher Höhe im Chor fort, vielmehr war die Triumphbogenwand ein Abschluß, hinter welchem Chorquadrat und Apsis wohl eher wie Anräume erschienen. Das Langhaus war demnach ein relativ stark abgegrenzter Raum; er war wohl auch dunkler als später, da er allein durch die Fächerfenster der Hochwände belichtet wurde.

Die Mittelschiffwände sind westlich in zwei schmalen Spitzbogen, in den östlichen Jochen in weiten Rundbogen zu den Seitenschiffen geöffnet. Die Hochwände waren ehemals geschlossener als heute. Vermutlich hatten die Emporen Öffnungen zum Schiff: in den östlichen Jochen auf jeder Seite zwei kleine Drillingsarkaden mit zwei Säulenpaaren (im Westjoch ist eine solche Arkade erhalten). Darüber saßen Fächerfenster.

Die Joche sind an den Hauptschiffwänden durch rechteckige Vorlagen und Runddienste geschieden, im Gewölbe durch spitzbogige Gurtbögen und Rundstäbe.

 

Vom Chor des 13. Jahrhunderts ist beinahe nichts bewahrt geblieben; vor allem die heutige, dem Mittelschiff entsprechende Höhe widerspricht dem originalen Eindruck: Die Apsis war nur etwa halb so hoch und ihre innere Wand wohl halbrund. Das Gewölbe im Chorgeviert reichte weiter hinauf als die Apsiskalotte, war jedoch niedriger als das Mittelschiffgewölbe. So war die Raumhöhe zweifach gestaffelt: Zwischen Hauptschiff und Chor befand sich eine Schildwand, eine zweite zwischen Chor und Apsis. Der Bau entsprach damit einem im Rheinland und anderswo geläufigen Schema.

 

Ursprünglich war der Gesamteindruck des Raums also anders als heute: Er wirkte etwas höher und vor allem schmaler, da er zu den Seiten stärker geschlossen war. Denn die Drillingsarkaden der Emporen waren nur kleine Öffnungen; unter- und oberhalb von ihnen blieben hohe Streifen der Obergadenwand.

Auch nach Osten gab es nicht den späteren offenen Zustand: Der Raum setzte sich nicht in gleicher Höhe im Chor fort, vielmehr war die Triumphbogenwand ein Abschluß, hinter welchem Chorquadrat und Apsis wohl eher wie Anräume erschienen. Das Langhaus war demnach ein relativ stark abgegrenzter Raum; er war wohl auch dunkler als später, da er allein durch die Fächerfenster der Hochwände belichtet wurde.

 

 

An Lyskirchen 8

50676 Köln

Tel.: (0)221 - 214615

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