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St. Nikolaus in Dünnwald

Mit einer im Dünnwalder Archiv erhaltenen Urkunde aus dem Jahre 1117 oder 1118 bekam der Ritter Heidinricus die Zustimmung des Kölner Erzbischofs Friedrich I. zur Stiftung einer Kirche mit Pfarrrechten auf seinem Besitz sowie die Genehmigung zur Niederlassung von „viri religiosi“, was als zusätzliche Gründung eines Augustiner-Chorherrenstiftes interpretiert wird. Kurz danach aber, zwischen 1138 und 1143, wurden hier Prämonstratenserinnen aus Steinfeld in der Eifel angesiedelt. Der 1120 von Norbert von Xanten gegründete Prämonstratenserorden war anfangs für Männer und Frauen in jeweils getrennten Klausuren, aber gemeinsam genutzter Kirche gedacht. Bereits um 1140 wurden jedoch die Doppelklöster wieder aufgegeben und die Geschlechter getrennt, was in fast allen Fällen zur Verdrängung der Nonnen führte. Allerdings blieben die Frauenkonvente weiterhin abhängig vom Stammkloster, im Fall von Dünnwald also vom Kloster Steinfeld. Bedingt durch die Unsicherheit und Gefährdung vor allem im 30-jährigen Krieg ging in Dünnwald die Zahl der Nonnen in großem Umfang zurück – die meisten suchten Schutz in der stark befestigten Stadt Köln –, sodass 1643 der Frauenkonvent aufgehoben und ein weiterhin von Kloster Steinfeld abhängiges Priorat für Mönche eingerichtet wurde. Dieses bestand bis zur französischen Besetzung, die bereits im Juli 1794 die Klosterbauten als Feldlazarett benutzte. 1803 erfolgte auch hier mit dem Reichsdeputationshauptschluss die offizielle Aufhebung des Klosters, dessen Kirche nunmehr allein der Pfarrgemeinde zur Verfügung stand. Die Klosterbauten wurden privatisiert und darin unter anderem vorübergehend eine Salmiakfabrik eingerichtet.

Die Baugeschichte der Kirche ist natürlich vom wechselvollen Schicksal des Klosters geprägt. 1117/18 wurde zunächst der Bau der dreischiffigen flachgedeckten Pfeilerbasilika im Osten mit dem Chor begonnen, wovon das Mittelschiff sowie die Hauptapsis und die nördliche Nebenapsis erhalten sind. Mit dem Einzug der Nonnen baute man dann wohl 1143 den Westbau mit Nonnenempore und (geplanter) Doppelturmfassade, wovon der nördliche Turm erhalten ist. Das nördliche Seitenschiff wurde im 14./15. Jh. neu gebaut und im 17. Jh. als Schauseite mit Giebeln auf den quer gestellten Satteldächern ausgebildet. Am Eingangsportal ist die Jahreszahl 1640 zu sehen. Das 1811 eingestürzte südliche Seitenschiff errichtete man bis 1861 neu. Nach leichten Schäden im Zweiten Weltkrieg erfolgte eine Purifizierung durch den Architekten Karl Band, der auch die Fenster der Apsis zumauern ließ. Den neuen Altar schuf Eduard Schmitz, von dem ebenfalls der Taufstein unter der Empore ist. Das seitlich hängende ehemalige Hochaltarbild aus dem zweiten Viertel des 16. Jh. zeigt die Kreuzigung Christi. Von der barocken Ausstattung sind in der Apsis des Nordseitenschiffes der Blasiusaltar des 17. Jh. und die Skulpturen der hll. Nikolaus und Norbert sowie das Kruzifix in der Apsis erhalten. Die schönen neuen Fenster schuf Hermann Gottfried. Von der Ausmalung um 1500 ist an einem Pfeiler die Darstellung Gottvaters mit dem toten Sohn (Gnadenstuhl) erkennbar.

Der am Ende des 15. Jh. neu errichtete Bau, die sogenannte „Alte Sakristei“, war möglicherweise ursprünglich eine Kapelle, die um 1500 neu ausgemalt wurde. Die in großen Teilen erhaltene Ausmalung wurde 1934 entdeckt, 1948–53 freigelegt und 1977/78 durch Horst Hahn sorgfältig restauriert.

Die Gewölbe sind mit Distelrankenwerk geschmückt, während an den Wänden die Verkündigung, die zwölf Apostel und die Heilige Sippe dargestellt sind, die stilistischen Bezug zur gleichzeitigen Kölner Tafelmalerei aufweisen, dabei allerdings etwas derber ausgeführt sind. Die Restaurierung hat Fehlstellen so ergänzt, dass sie als solche erkennbar sind. Die an einigen Stellen sichtbaren malteserkreuzähnlichen Weihekreuze sind durchscheinende Reste der ersten Ausmalung.

Hiltrud Kier

Fotos: Celia Körber-Leupold

St. Nikolaus in Dünnwald

 

Prämonstratenserstraße 55

51069 Köln

Öffnungszeiten:

bitte im Pfarrbüro erfragen.

 

Zuständiges Pfarramt:

Pastoralbüro Heilige Familie

Tel.: 0221 16808780

Mail: pastoralbuero@heilige-familie-koeln.de