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Vorgängerbauten

St. Georg, das jüngste der Kölner Kanonikerstifte, wurde außerhalb des Mauerrings im Süden der römischen Kernstadt gegründet.

 

Vorgängerbauten

Bei Grabungen in den Jahren 1927-1930 wurden Reste der Vorgängerbauten der Stiftskirche St. Georg unter dem heutigen Mittelschiff und der Vierung entdeckt.

Als Urbau auf dem Gelände südlich der römischen Stadtmauer wurde ein militärischer Straßenposten aus dem 1. nachchristlichen Jahrhundert nachgewiesen. Zweck dieser Station in der römischen Vorstadt war die Kontrolle der Heerstraße nach Süden. Verschiedene Bauphasen reichen bis in das 4. Jahrhundert.

 

Unter Einbeziehung der Fundamente wurde der römische Bau in merowingischer Zeit (7. Jahrhundert) wahrscheinlich unter Bischof Kunibert zu einem christlichen Heiligtum umgewandelt und ausgebaut. Nach einer frühneuzeitlichen Quelle wurde der Bau dem hl. Caesarius von Terracina geweiht. Es handelte sich um eine dreischiffige, flachgedeckte Halle (11, 50 x 16, 50 m), deren Mittelschiff im Osten eine halbrunde Apsis hatte. Vermutlich wurde diese Anlage während der Normanneneinfälle in Köln in den Jahren 881/882 zerstört; spätestens im 11. Jahrhundert war sie ganz verfallen.

 

Annonischer Gründungsbau

Drei Jahre nach seiner Wahl zum Erzbischof von Köln im Jahr 1056 gründete Anno II. († 1075) das Chorherrenstift St. Georg. Der bis 1067 außerhalb des römischen Mauerrings errichtete Kirchenbau war das jüngste der Kölner Kanonikerstifte; es wurde mit Kanonikern aus dem Kloster Saalfeld in Thüringen besetzt, das ebenfalls eine Gründung Annos war. Mit der Überführung von Reliquien des hl. Georg aus der Kölner Abtei St. Pantaleon erhielt die Stiftskirche das Georgs-Patrozinium; erst im Jahr 1074 erfolgte die Schlussweihe. Die Kanoniker von St. Georg übernahmen den Seelsorgedienst für die (Pfarr-) Bezirke St. Johann Baptist und St. Maria Lyskirchen. Gleichzeitig mit dem Stift gründete Anno die benachbarte Jakobskapelle, der er eine Reliquie des hl. Caesarius von Terracina aus Rom schenkte.

Bei dem annonischen Gründungsbau handelt es sich um eine im Mittelschiff flachgedeckte, dreischiffige Säulenbasilika mit einem Ost- und einem Westchor. Unter dem um 2 m gegenüber dem Langhausniveau erhöhten dreischiffigen Ostchor liegt eine fünfschiffige Hallenkrypta.

Die lichte Länge dieses Baus betrug ca. 44,60 m; die Länge des Querhauses, dessen tonnengewölbte Arme außen dreiseitig schließen und innen Muldennischen zwischen Lisenen aufweisen, misst 25,50 m. In der Ausrichtung und der Lage des Kreuzaltares bezog man sich beim annonischen Bau auf den Vorgänger, das Caesarius-Heiligtum: Der Sockel des Altars wurde in den Neubau des 11. Jahrhunderts übernommen und an derselben Stelle der Kreuzaltar (heute Vierungsaltar) errichtet. Die acht Säulen, die das Bauwerk als einzige Säulenbasilika Kölns und des Umlandes ausweisen, sind zum Teil antike Spolien. Mächtige Würfelkapitelle krönen die heute hellrot geschlämmten Schäfte. Das Langhaus wurde durch fünf Obergadenfenster auf jeder Seite belichtet. Der erste Westchor war innen dreiseitig mit einer halbrunden Nische je Seite ausgebildet, nach außen schloss er halbrund (Rekonstruktion von Wilhelm Schorn und Albert Verbeek, 1940). Wendeltreppen in den Winkeln zum Langhaus führten in die niedrigen Chorflankentürme. Der Westchor stand in enger Beziehung zum Westchor des Bonner Münsters.

Vielgestaltig ist die dreiteilige Choranlage im Osten: der Hauptchor zeigt im Inneren der runden Apsis einen zweizonigen Aufbau mit je fünf Rundbögen, die im unteren Geschoss Nischen einschlossen (heute nur eine rekonstruiert). Die zweijochigen Nebenchöre mit halbrunden Apsiden sind vom Hauptchor durch drei offenen Pfeilerarkaden getrennt. Zu den Querarmen sind diese Chöre durch niedrige Brüstungen abgetrennt.

Unter dem Chor befindet sich eine für die frühromanische Zeit typische dreischiffige Hallenkrypta mit zwei äußeren Schiffen, die durch Pfeiler abgetrennt sind.

An einem Kapitell ist eine Inschrift aus der Bauzeit erhalten: herebrat me fecit (Herebrat hat mich gemacht). Vergleichbare, allerdings siebenschiffige Krypten existieren in St. Maria im Kapitol und in der ehemailgen Klosterkirche in Brauweiler.

 

Nur wenige Gliederungselemente finden sich am Außenbau, besonders an den drei östliche Apsiden, die mit Lisenen und Rundbögen versehen sind. Pilaster mit Rundstabsockeln und Kelchkapitellen gliedern die Querkonchen.

 

Die Stiftsgebäude der annonischen Zeit lagen im Osten, direkt am Chor; sie waren um einen Kreuzganghof gruppiert. Die Kirche konnte man vom Kloster aus betreten.

In der Entwicklungsgeschichte des romanischen Kirchenbaus des Rhein-Maas-Gebiets nimmt St. Georg eine Schlüsselstellung ein: Zum einen zeigt der Bau charakteristische Elemente der karolingischen und ottonischen Sakralarchitektur (basilikale Struktur, zwei Chöre im Osten und im Westen, Würfelkapitelle), zum anderen finden sich an St. Georg einzelne Formen, die vorbildhaft für die frühstaufische Baukunst in Köln wurden: die Gliederung mit Lisenen, Überfangbögen und Muldennischen.

 

Von der Ausstattung des Gründungsbaus ist das ehemalige Triumphkreuz erhalten (heute im Museum Schnütgen, in der Kirche eine moderne Replik) ebenso geringe Reste der Ausmalung in den Seitenschiffen. Ursprünglich zierte den Innenraum ein mehrfarbiger Mäanderfries. Unterhalb dieser Malerei befanden sich Namen von Heiligen; vielleicht waren zwischen den Fenstern Heiligenfiguren gemalt.

 

 

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